Barockkonzert: Versöhnung auf dem Parnaß

Christoph Beyer Foto Rolf Schecker
Christoph Otto Beyer, Foto © Rolf Schecker
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Carolinensiel Deichkirche

7. Juli 2013
20:00 Uhr

Programm

ENSEMBLE CON CORDE:
MECHTHILD KARKOW (Barockvioline)
GABRIELA SCHEINPFLUG (Barockvioline)
CHRISTOPH BEYER (Barockcello)
TORSTEN JOHANN (Cembalo)

Corelli und die Sehnsucht nach der „vollkommenen“ Musik

„Apotheosen“ zum 300. Geburtstag Corellis, mit Couperin, Corrette, Lully, Vivaldi, Händel, Telemann und einer Uraufführung (Silvan Loher *1986)

Zum Konzert

Der ebenso alte wie meisterhafte musikalische Streit auf der Suche nach der vollkommenen Musik brilliert zwischen italienischer Virtuosität, französischen Hofkompositionen und dem vereinenden musikalischen „Frieden von Parnass“ auf historischen Instrumenten. Als Beitrag unserer Zeit zur Verherrlichung barocker Klangwelten interpretieren die Meister der „Alten Musik“ in einer Uraufführung den jungen Schweizer Komponisten Silvan Loher *1986.

Im Portrait

Herzlichen Dank an den Kanton Schaffhausen, Schweiz, für die Finanzierung des Kompositionsauftrages an Silvan Loher.

Adresse & Anfahrtsbeschreibung

Künstler

Silvan Loher © Judith Schlosser
Silvan Loher © Judith Schlosser
Silvan Loher (Komponist)

Silvan Loher (*1986) stammt aus Schaffhausen, wo er auch seinen ersten Musikunterricht erhielt. Mit 12 Jahren begann er selbst zu komponieren. Schon während seiner Jugendzeit boten sich ihm vielfältige Möglichkeiten, seine ersten Kompositionen öffentlich aufzuführen (u.a. eine Schauspielmusik zu „Hamlet“ und 2004 eine abendfüllende Kammeroper).
Nach Abschluss seiner Gymnasienzeit begann er zunächst eine Tanzausbildung an der Ballettschule für das Opernhaus Zürich, während der er in mehreren Opernaufführungen am Opernhaus Zürich in der Tanztruppe mitwirkte. Nach knapp zwei Jahren wandte er sich aber wieder voll und ganz der Musik zu und brach seine Tanzausbildung zu Gunsten des Musikstudiums ab.
2006 begann er sein Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik Basel bei Georg Friedrich Haas und Jakob Ullmann. Meisterkurse besuchte er unter anderem bei Beat Furrer, Helmut Lachenmann, Chaya Czernowin, Thomas Jennefelt und Wolfram Buchenberg. Sein Bachelordiplom erhielt er im Jahr 2009. 2013 schloss er sein Masterstudium erfolgreich mit dem Diplom Master of Arts in Komposition/Musiktheorie ab.
Silvan Loher hat ein weit gefächertes internationales Netzwerk aus Musikerinnen und Musikern, die seine Musik mit Begeisterung spielen und aufführen.  Sein Interesse für selten gespielte Instrumente und die Nähe zur Schola Cantorum Basiliensis (wo er heute selbst Barockoboe lernt) führten zu regem Kontakt und Zusammenarbeit mit Interpreten alter Musik, zum Beispiel mit dem Barockensemble De Swaen (Niederlande). Die Kantate “Durch Kahle Birken”, die er für das Ensemble schrieb, wurde am 29. Januar 2010 uraufgeführt und war ein grosser Erfolg. Bei einem vom Ensemble durchgeführten Publikums-Voting gewann das Stück unter zahlreichen barocken und modernen Werken die meisten Stimmen und wurde daraufhin in der Saison 2010/2011 nochmals aufgeführt.
Silvan Loher lebt und arbeitet in Basel.

Torsten Johann Foto © Stefan Lippert
Foto © Stefan Lippert
Torsten Johann (Cembalo)

Geboren in Wilhelmshaven, initiierte Torsten Johann bereits als Schüler die Konzertreihe „Alte Musik Sengwarden/Friesland“, die bis heute überregional bekannt ist. Torsten Johann studierte Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und schloss dort auch sein Studium der Cembalo-Solistenklasse bei Lajos Rovatkay mit dem Konzertexamen ab. Als Cembalist und Continuo-Spieler ist er Mitbegründer des Freiburger Barockorchesters und tritt darüber hinaus als Orgel- und Cembalosolist sowie als Begleiter auf. Seine vielseitige Beschäftigung mit historischer Musik zeigt sich u.a. in ständigem Quellenstudium und regelmäßigen Besuchen von Bibliotheken in aller Welt. Mit dieser Arbeit hat er sich besonders für die Programmkonzeption und -auswahl mit Repertoire des 17. Jahrhunderts qualifiziert. So gestaltet er die meisten Konzertprogramme des Freiburger BarockConsorts. Einladungen zu Workshops und Vorträgen führen ihn u.a. regelmäßig an die Frankfurter Musikhochschule. 2003 gründete er das Sommerfestival „Klassik am Meer“ in seiner Heimatstadt Wilhelmshaven, dort erarbeitet als Dirigent szenische und konzertante Werke von Reinhard Keiser bis Ludwig van Beethoven.

Mechthild Karkow
Foto © Klemens Karkow
Mechthild Karkow (Barockvioline)

Mechthild Karkow entwickelte schon während ihrer Studien an den Musikhochschulen Lübeck, Hannover, Frankfurt und der Schola Cantorum Basiliensis in Basel eine intensive Konzertkarriere.

Ihre Ausbildung erhielt Mechthild Karkow zunächst an den Musikhochschulen Lübeck und Winterthur/Zürich bei Nora Chastain sowie an der HMT Hannover bei Ulf Schneider, wo sie 2005 ihr künstlerisches Diplom Violine mit Auszeichnung erlangte.

Seit 2002 beschäftigt sich Mechthild Karkow intensiv mit historischer Aufführungspraxis. Sie erhielt Unterricht u.a. bei John Holloway, Simon Standage und Anton Steck. 2006 entschied sie sich, Barockvioline zu ihrem Schwerpunkt zu machen. Es folgten Studien bei Petra Müllejans an der HfMDK Frankfurt und bei Chiara Banchini an der Schola Cantorum Basiliensis, wo sie im Juni 2010 ihren Master of Arts mit Auszeichnung abschloss. Zusätzlich studiert sie seit 2009 historische Improvisation bei Rudolf Lutz an der SCB.

Mechthild Karkow konzertiert regelmäßig als Solistin, Konzertmeisterin und Kammermusikerin in verschiedenen Ensembles, wirkt bei Rundfunk- und CD-Aufnahmen mit und tritt bei Festivals auf wie dem Festival Alte Musik Zürich, Schleswig-Holstein Musikfestival, Festival Seviqc Brežice, Festival International Echternach, York Early Music Festival, den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen und Halle.

Sie arbeitet mit Musikern wie Christope Coin, Andrea Marcon, Mark Minkowski und Nikolaus Harnoncourt zusammen und wirkt in Orchestern mit wie dem Orchestra of the Age of Enlightenment, Orchester der Oper Zürich, Kammerorchester Basel, La Cetra, European Union Baroque Orchestra und dem Freiburger Barockorchester.

Mechthild Karkow ist Stipendiatin der Yehudi Menuhin Stiftung „LiveMusicNow“, Gewinnerin des Internationalen Wettbewerbes für Barockvioline „Bonporti 2007“ in Rovereto, Italien, und erhielt einen Sonderpreis beim „Internationalen Bach-Wettbewerb Leipzig 2010“.

Foto: Klemens Karkow

Gabriela Scheinpflug Foto © Bernd Braune
Foto © Bernd Braune
Gabriela Scheinpflug (Barockvioline)

Gabriela Scheinpflug, geboren in Buenos Aires, studierte Violine an der Musikhochschule Freiburg i. Br.  bei Nicolas Chumachenco und in Paris bei Nicola Dupin. In den letzten Jahren beschäftigt sie sich vorwiegend mit historischer Aufführungspraxis. Seit ihrem Aufbaustudium für Barockvioline an der Scola Cantorum Basiliensis bei Chiara Banchini ist sie als freischaffende Musikerin im In- und Ausland tätig. Dabei tritt sie als versierte Kammermusikerin, sowie in größeren Ensembels (Swissconsort; L’arpa festante München; Freitagsakademie Bern), bei Cantus Firmus in jüngster Zeit auch als Konzertmeisterin auf.

Christoph Beyer Foto Rolf Schecker
Christoph Otto Beyer, Foto © Rolf Schecker
Christoph Otto Beyer (Violoncello)

Christoph Otto Beyer wurde 1965 in Aurich/Ostfriesland geboren. Ersten Cellounterricht erhielt er im Alter von 5 Jahren bei Zsigmond Fehér. Bis zum Abitur am Mariengymnasium in Jever erhielt er weiteren Unterricht bei Irmgard Jensen und Rolf Kroke. Dem Zivildienst folgte das Studium von Schulmusik, Geschichte und Violoncello in Hannover. Das Cellostudium vertiefte Beyer dort bei Ulf Tischbirek und Klaus Storck (1994 Künstlerisches Examen mit „sehr gut“). Meisterkurse bei Klaus Storck und Julius Berger sowie Einzelstunden bei Rudolf Metzmacher schlossen sich an. Schon während des Studiums hielt Beyer einen Lehrauftrag für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, bevor er 1997 nach Aurich zurückkehrte, um dort als Lehrkraft an beiden Gesamtschulen und als Orchesterleiter (Ostfriesisches Kammerorchester und Ostfriesisches Jugendsinfonieorchester) tätig zu werden. Eine rege Konzerttätigkeit zeichnet Beyer aus, der neben dem modernen Cello auch mit Barockcello und Violoncello piccolo auftritt. Als Solist mit Orchester hat Beyer Konzerte von Vivaldi, Monn, A.Fils, C.P.E.Bach, Haydn, F.H.Graf, Brahms, Reinecke und Gubaidulina aufgeführt, im Bereich der Neuen Musik erfolgten darüber hinaus u.a. Uraufführungen von Charlotte Seither, Harald Münz und Willem Stoppelenburg. Die Teilnahme an diversen Festivals wie den Göttinger Händelfestspielen, den Hannoverschen Tagen für Neue Musik, den Dornumer Kammermusiktagen und dem Musikalischen Sommer in Ostfriesland unterstreicht Beyers musikalische Neugierde, die ihn auch gelegentlich zu kompositorischen Ausflügen führt. Auf CD sind u.a. Produktionen mit dem Knabenchor Hannover (Solocello im Requiem von Duruflé), Produktionen mit iranischer Musik und mit dem Bremer Ensemble „Mellow Melange“ entstanden. Im Mai 2012 erschien die CD „…für Violoncell allein…“ mit Solowerken von Reger, Beyer und Bach (Starfish-music.de). Christoph Otto Beyer spielt eine Kopie des „Shapiro-Gofriller 1727“ aus der Werkstatt des Oldenburger Geigenbauers Martin Michalke.

Foto: Rolf Schecker